Mehrfach-Wertung der RedaktionMachine_Head_-_Unto_The_Locust_-_ArtworkIgitt, was für scheussliches Cover! Was ich anfangs für einen ersten Entwurf hielt, wurde dann doch zur Gewissheit: Ein mutierter Flip (remember Biene Maja?) ziert die neue MACHINE HEAD-CD! Also dieses Shirt-Motiv kauf ich mir sicher nicht!

Naja, wurschd, denn wir erwarten von dem Quartett aus Oakland ja eigentlich "nur" fetten und intensiven Metal! Nach den bereits sehr starken letzten beiden Alben  "Through The Ashes Of The Empire" und "The Blackening" konnte man gespannt sein, ob dieses hohe Niveau gehalten werden kann oder das Thrash-Pulver mittlerweile verschossen sein würde - aber liebe Freunde, keine Bange! MACHINE HEAD setzen mit  "Unto The Locust" sogar NOCH einen drauf!

Warum? Nun ganz einfach: Auf diesem Silberling finden sich soviele Hits wie nie zuvor auf einem MACHINE HEAD-Album! Umrahmt von einem gewohnt dicken Sound zerren die fabulösen Riffs und zweistimmigen Gitarrenlinien, sowie die fetten Drums Dave McClains´ und der kraftvolle Gesang Flynn´s einmal mehr einiges und erfüllen sämtliche Erwartungen an ein modernes Metal-Album.
Ich hebe aber zuerst den einzigen Schwachpunkt, "Pearls For Swine", heraus: Das eher unspektakuläre Riffing und der 08/15-Songaufbau bietet bis auf das intensiv-schwere Songende keinerlei Überraschungen in den knapp sieben Minuten Spielzeit. Da dies jedoch der vorletzte Track der Scheibe ist, man mit der anschliessenden, neuen Bandhymne "Who We Are" mehr als entschädigt wird und man vorher bereits fünf absolute Granaten zu hören bekam, fällt dies kaum ins Gewicht.
Also wenden wir uns den anderen, ohne zu übertreiben, absoluten Krachern zu! Grundsätzlich gilt: Jeder Song für sich ist anders aufgebaut, enthält teilweise überraschende Elemente und ist dennoch (natürlich!) auf dem solidesten MACHINE HEAD-Fundament aller Zeiten gemeisselt.

Da wäre zum Beispiel der bereits erwähnte Rausschmeisser "Who We Are": Ein Kinderchor (!!) trällert gleich zu Beginn den Refrain, in den Rob energisch einstimmt und der auch sofort im Ohr kleben bleibt - im Mittelteil begleitet uns ein astreines Solo und die mittlerweile zum Markenzeichen gewordenen Doppel-Äxte. Zum Ende lassen gar Streicher den Song ausfaden - also gleich zwei Überraschungen in einem Song, der, wie oben schon gemutmaßt, das Zeug zur Hymne hat.

Auch gleich zu Beginn birgt das dreigeteilte "I Am Hell (Sonata in C#)" unerwartete Momente: "Sangre Sani" wird im sakralen Chor vorgetragen, mündet in das ultra-heavy "I Am Hell", welches sich nach dem zentnerschweren Beginn als wahres Thrash-Inferno mit todesbleiigem Riffing im Refrain entpuppt und durch "Ashes In The Sky" mit Akustik-Klampfen und erneut brutaler Schwere den Ausklang findet. Ein absolutes Pfund!
Weiter geht´s mit "Be Still And Know": Der Beginn hätte von JUDAS PRIEST zu "Painkiller"-Zeiten sein können, mehr "Metal" geht nicht! Und der Refrain: Eine Göttergabe! Bis auf den kurzen, schnellen Zwischenteil mit Solo ist das Tempo des Songs getragen gehalten. Aber dass Musik nicht schnell sein muss, um hart zu sein, haben MACHINE HEAD ja schon oft genug bewiesen.

Dann die nächste Bombe (ich hab mich vom Begriff der "Granate" mittlerweile getrennt; dieser Begriff reicht bei weitem nicht mehr aus, die Explosivität und Wucht dieser Tracks auszudrücken!): Der Quasi-Titeltrack "Locust" besticht durch ein pervers geiles Riff, einen (einmal mehr) superben Refrain und einem treibenden Tempo, bei dem einfach nur gebangt werden MUSS! Der Zwischenpart offenbart die Liebe zu METALLICA zu "Master Of Puppets"-Zeiten und lässt Raum für ein halbakustisches Intermezzo. Was allein in diesem Song an Tempi und Struktur variiert wird, sucht tatsächlich Seinesgleichen im Genre.
"This Is The End" heisst der nächste Rundumschlag - ein vermeintlich ruhiger akustischer Einstieg öffnet allerdings nur die Pforte zur Hölle: Erneutes Death-Metal-Riffing, Up-Tempo-Drums und die an AS I LAY DYING-erinnernden klaren Gesangslinien im Refrain machen auch diese Nummer zum Hit.

Puh, ich gerate tatsächlich alleine nur vom Schreiben über dieses überragende Album ins Schwitzen! Denn auch "The Darkness Within", einer der intensivsten, wenn nicht DER intensivste MACHINE HEAD-Songs aller Zeiten, sorgt zu Beginn für nix anderes als pure Gänsehaut: Jede Silbe, die Rob Flynn hier mit zitternder Stimme singt, geht unter die Haut und hat in seiner nicht gerade behaglichen Biografie seinen Ursprung.  "But I am just a broken man whose soul cries out to understand" und "I struggle not to fall from grace or sing the hymns of my disgrace" sind nur zwei Sätze dieses Parts, aber werden so authentisch wie selten zuvor vorgetragen. Zum Glück hat der Gute aus der Musik seine Kraft gezogen ("So pray to music, build a shrine, listen in these desperate times, fill your heart with every note, cherish it and cast afloat") und durchwandert in diesem Track seine persönliche Katharsis - ich denke, auf jedem Konzert wird dieser Song einer der Höhepunkte sein.

Junge, was ein langer Text - da ich hier nun in aller Länge und Breite meine hohe Benotung begründet habe (es war i.Ü. ein absoluter Hochgenuss, diese Zeilen zu verfassen!), ende ich kurz und knapp:
MACHINE HEAD haben mit Abstand ihr bestes, reifstes und vollkommenstes Werk abgeliefert und setzen sich und der Metal-Nachwelt ein Denkmal.
Ich ziehe meinen Hut in Ehrfurcht, freue mich über die breite Zustimmung der Redaktion und freue mich wie Bolle auf kommende Live-Feste mit dieser Band. Habe (endlich) fertig! (Brix)

Bewertung: 9 / 10


Anzahl der Songs: 7
Spielzeit: 48:52 min
Label: Roadrunner Records
Veröffentlichungstermin: 23.10.2011

Wertung der Redaktion
Maik Bernie Jochen
Seb
Mika
Kevin
Simon
8
8,5 7,5 8,5 8
8 9
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