Seitdem ich Gamma Ray´s nunmehr siebten Studio-output "No World Order" gehört hatte, fieberte ich diesem Konzert entgegen - und wie ich bei Ankunft kurz nach 19 Uhr an der Zeche feststellte, war ich nicht wirklich der Einzige... Eine riesige Schlange anstehender Metaller zog sich vom Eingang bis weit auf den Parkplatz hin...
Also hieß es flugs hinten anstellen und warten... aus irgendeinem unerfindlichen Grund zog es sich allerdings ausnehmend lang hin, bis der Einlass endlich geöffnet wurde - und somit erreichte ich die Halle zwar pünktlich zum angegebenen Starttermin um 19:30 Uhr - doch wurde mir die schon oft bemängelte Praxis der Zeche zum Verhängnis, dass die erste Band zumeist weit vor dem offiziell angegebenen Beginn auf die Bretter geschickt wird. Von Vanishing Point - auf die ich mich auch gefreut hatte - konnte ich leider nur noch wenige Takte des letzten Songs mitbekommen. Der Sound war zwar soweit ganz gut und es schien auch reichlich gute Stimmung zu herrschen, allerdings war der Platz, den die sechs Jungs auf der zugestellten Bühne hatten, doch sehr beschränkt, was sie fast zum Stillstehen verurteilte.

Während ich mich nun auf Sonata Artica freute, von denen ich leider noch nichts kannte, musste ich ärgerlicherweise feststellen, dass mein Fotoapparat einen Defekt hatte und sich nicht mehr auslösen lies - entschuldigt also bitte die fehlenden Fotos!

Nach einer recht kurzen Umbaupause enterten also die fünf Bandmitglieder die Bühne und konnten sofort locker die Hälfte der Anwesenden in extatische Verzückung versetzen. Wie bereits geschrieben, war ich völlig unbedarft, was Sonata Artica anging und schien also eine Art Geheimtipp bislang verkannt zu haben.
Alles in Allem muss ich aber sagen, stellte sich bei mir ein recht gemischter Eindruck ein, denn zum Einen war der Sound zeitweilig reichlich breiig und man hörte entweder den Sänger gar nicht oder die Keyboards waren fast ausschließlich hörbar. Zudem störten die zwischen den Songs, beziehungsweise als Intro eingespielten Konserven vom Band doch sehr. Ich verstehe nicht, dass eine Band es nötig hat, auf solche Konserven zurückzugreifen, wenn sie doch einen fähigen Keyboarder (zumindest erweckte er den Eindruck) an Bord haben, der diese Synthieklänge locker bringen könnte.
Nichtsdestotrotz haben Sonata Artica sicher eine Menge Potential und hätten bei etwas besseren Soundverhältnissen sicher noch mehr einheizen können, insbesondere der letzte Titel "Wolf And Raven" hat mir sehr gut gefallen.

Kurz nach 21 Uhr gingen die Lichter erneut aus und aus der Anlage ertönten die Einleitung aus dem aktuellen Gamma Ray-Album. Während die Bandmitglieder im künstlichen Nebel aufliefen wunderte ich mich ein wenig - fünf Leute auf der Bühne, aber kein Dirk Schlächter in Sichtweite?? Sollte da eine heimliche Trennung stattgefunden haben? Aber direkt nach dem ersten Titel "Dethrone Tyranny" klärte Mastermind Kai Hansen die Situation auf. Dirk hatte sich kürzlich bei einem Auftritt eine Knieverletzung zugezogen und ist demnach erst mal außer Gefecht gesetzt. Sein Ersatz Markus hat den Job auch bestens gemeistert - auch wenn er vom Roadie unterstützt werden mußte, der vor jedem Song einen Zettel mit den Akkorden des nächsten Titels auf die Monitorbox geklebt hat.
Gamma Ray zeigten vor ausverkaufter Halle, dass sie Live eine Bank sind und so leicht nicht zu schlagen sind. Klasse Sound, klasse Spielfreude, klasse Songs - wenn mir hier auch ein wenig negativ auffiel, dass die Hälfte der Songs vom neuesten Album stammten. Immerhin gab's in den vergangenen Outputs doch diverse Klassiker, die nicht einfach so unter den Tisch fallen sollten. Klar - Knaller wie "Rebellion In Dreamland" oder "Valley Of The Kings" wurden selbstredend geboten, aber bis auf "Heading For Tomorrow" in der Zugabe wurden die alten Scheibchen richtiggehend ignoriert. Als letzten Song vor der Zugabe gab´s eine extra-lange Version von "Somewhere Out In Space", in deren Verlauf sowohl ein nettes Gitarrensolo von Kai geboten wurde, als auch der obligatorische Mitsing-Teil beim Refrain mit dem Publikum durchexerziert wurde. Zudem durfte sich jemand als Gamma Ray-Maskottchen verkleiden und über die Bühne stolzieren.
Trotz der Zugabe (mit dem viertelstündigen "Heading For Tomorrow") fand ich die eigentliche Spielzeit aber doch recht kurz (ca. 95 Minuten) - bei dem Hintergrund an Klassikern und mittlerweile gut 6,5 Stunden Songs auf den Studioalben wären zwei Stunden Spieldauer locker drin gewesen... und ausgelaugt dürften die Herren beim Tour-Kickoff ja nun auch nicht gewesen sein. Trotzdem hat dieser Gig nachhaltig gezeigt, daß Gamma Ray zu den ganz Großen gehören, die man sich live nicht entgehen lassen sollte!!

Setlist Gamma Ray:

1. Induction (No World Order)
2. Dethrone Tyranny (No World Order)
3. New World Order (No World Order)
4. Heaven Or Hell (No World Order)
5. Land Of The Free (Land Of The Free)
6. Short As Hell (Powerplant)
7. Man On A Mission (Land Of The Free)
8. Fire Below (No World Order)
9. Eagle (No World Order)
10. Rebellion In Dreamland (Land Of The Free)
11. Valley Of The Kings (Somewhere Out In Space)
12. Somewhere Out In Space (Somewhere Out In Space)
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Zugabe:
1. Heading For Tomorrow (Heading For Tomorrow)
2. Ride The Sky

(Naglagor)

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