Eine Casting-Show jagt die nächste - höchste Zeit, mal ein paar Takte über das Business, das künstliche Pushen von talentfreien Eintagsfliegen und dem ganzen drumherum loszuwerden... das dachten sich die Jungs von PINK CREAM 69.
Und offensichtlich hat sich der Vierer um Sänger David Readman mächtig darüber aufgeregt - denn "Thunderdome" wirkt nicht nur gereifter als die Vorgängeralben, nein, fast durchgängig ein bis zwei Nuancen härter und aggressiver - nicht zuletzt sorgt Sänger Readman selber für die Weiterentwicklung der Songs.

Den Anfang der zwölf Titel macht - wie üblich - das Instrumental-Intro "The Last Stance", bevor es mit dem Titeltrack "Thunderdome" für PINK CREAM 69-Verhältnisse direkt ungewohnt kracht - die Gitarren von Alfred Koffler klingen genau den Touch fieser, den der Track an Aggressivität benötigt. Und auch Sänger David Readman beweist mit seinem hohen Tonumfang von Anfang an entsprechendes Können.
Noch etwas an Speed legen die Jungs mit "Gods Come Together" zu - eine amtlich rockende Nummer irgendwo zwischen Mid- und Uptempo.
Langsamer, aber dafür umso brachialer rockt "Carnaby Road" - dürfte vom Riff her bislang so ziemlich das Härteste sein, was Readman/Koffler/Ward abgeliefert haben - wobei der Hauptschreiberling nach wie vor Bassist Dennis Ward ist - zudem hat der Gute übrigens das Album produziert.
Im Vergleich zum vorigen Song gibt sich "Here I Am" richtig versöhnlich - halt! Nein, das waren nur die ersten Takte - danach dreht der Track ebenfalls mächtig auf und bietet ein nicht minder hartes Riff und einen schnellen Rocker.
Die eigentliche Ballade folgt erst danach mit "That Was Yesterday" - standesgemäß mit Klavierbegleitung und sanftem Gesang (wobei Readman beweist, dass er auch dies beherrscht) - allerdings wäre es sicher auch nicht negativ aufgefallen, wenn PINK CREAM 69 einfach direkt so weitergerockt hätten, wie es "Shelter" nach dem etwas synthetischen Intro zur vollsten Zufriedenheit macht.
Und auch das nachfolgende "Retro Lullaby" ist nicht von schlechten Eltern - mal wieder liegt eines der neueren, böseren Riffs zugrunde, lediglich Readman klingt zeitweise etwas schwachbrüstig.
Der Titel, mit dem ich mich hier absolut nicht anfreunden kann ist "My Sharona" (der stammt übrigens nicht aus der bandeigenen Feder) - der Track will nicht so recht in das Konzept der übrigen Titel passen, er ist ein wenig sehr drum-lastig und ziemlich eintönig.
Umso überzeugender sind dann der Kracher "As Deep As I Am" - langsam aber mächtig - und das schnellere "Another Wrong Makes Right". Und auch der Rausschmeißer "See Your Face" kann noch das Prädikat "gelungen" einheimsen, auch wenn er bisweilen kurz davor ist, Schmalzalarm auszulösen.

Gerade in der ersten Hälfte von "Thunderdome" sammeln PINK CREAM 69 massig Punkte ein - die etwas aggressivere Spielweise kann voll überzeugen - und das gewisse Maß an Melodie lassen Ward/Readman & Co. trotzdem nie aus dem Auge. Die Jungs sind wieder im Kommen - weiter so!!

Anspieltipps: "Thunderdome", "Here I Am", "Another Wrong Makes Right" (Naglagor)

Bewertung: 8,0 / 10



Anzahl der Songs: 12
Spielzeit: 52:08 min
Label: SPV / Steamhammer
Veröffentlichungstermin: 26.01.2004
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